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  • Michaela Hessenberger

Forensik-Popstar Mark Benecke im Interview

Zugegeben: Das ist ein #fangirlmoment - denn Kriminalbiologe Mark Benecke begeistert mit seiner Arbeit an Leichen und Tatorten schon lange.

Von Larven, Maden und Käfern kann Mark Benecke oft viel mehr ablesen, als von anderen Spuren. Dabei verraten ihm Blutspritzer schon eine Menge über Tathergang, Täter oder Täterin. Anfang Februar sprach er darüber in der ARGE Kultur Salzburg. Vorab habe ich ihn zum Interview für die "Salzburger Nachrichten" eingeladen - und yay! - er hat zugesagt. Macht er nicht bei allen, wie ich höre. Also Freude groß. Der Druck, g'scheite Fragen zu stellen, auch.


Herausgekommen ist ein Bild über einen hoch spannenden Menschen und seine akribische Arbeit.


#journalistinnenLeben - Texte vorab rausrücken, ja oder nein?


Wer für ein Medium Rede und Antwort steht, möchte manchmal noch vor dem Druck oder dem Online-Gehen wissen, was die Journalistin publizieren wird. Das ist so weit verständlich, denn Interviews zu geben, gehört längst nicht für alle zum Tagesgeschäft - und die Neugier auf das Ergebnis ist klarerweise groß.


Doch Texte vor Abdruck aus der Hand zu geben, ist ein schwieriges Thema. Denn: Unabhängiger Journalismus möchte und muss ohne Kontrolle auskommen können. Immerhin greift mit mir ein Profi in die Tasten. Den Job mache ich seit 2006.


Neben Zeit, die für Korrekturschleifen verrinnt, leidet die Textqualität, wenn sich eine gewisse Eigen-PR der Interviewpartner in den Änderungswünschen niederschlägt. Allzu oft kommen Texte komplett umgeschrieben zurück. Sie werden schlichtweg geschönt. Nice try, aber da müssen wir schon nochmal reden. Der Drive des Gesprächs geht damit verloren, wahrscheinlich auch die Richtung. Das schadet dem Ergebnis, macht es schwächer.


Die Ausnahme: das Interview


Ganz anders ist es bei Interviews. Hier ist es state of the art, dass Gesprächspartner:innen sie zur Freigabe bekommen. Das unterscheidet Interviews von anderen journalistischen Darstellungsformen.

Auch beim Interview mit Mark Benecke war es so. Er hat sein Interview ganz selbstverständlich zum Check und zur Freigabe bekommen. Kurze, klare Kommunikation, ein paar sachliche Anmerkungen, ein kleiner Feinschliff eben. Die Freigabe kam schließlich von unterwegs - mit einem coolen Gruß von ihm und seiner Frau Ines aus dem ICE.


Guter Mittelweg: Zitate schicken lassen


Ein guter journalistischer Text beinhaltet direkte Reden, also Zitate oder O-Töne (Original-Töne) der Interviewten. Die kann man sich zur Freigabe schicken lassen, Journalist:innen rücken sie auf Nachfrage selbstverständlich raus.


Fair ist es, bei Korrekturen nicht den Sinn der Aussage zu verändert, sondern lediglich Fakten zurechtzurücken, falls die nicht richtig transportiert werden.


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