So findest du deine Themen für Medien
- Michaela Hessenberger

- 15. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Die besten Geschichten für die Medien verstecken sich gar nicht in einem genialen Geistesblitz; sehr oft liegen sie längst auf deinem Schreibtisch, begegnen dir in Kundengesprächen oder regen dich seit Monaten auf.
Du hast sie bisher nur noch nicht als Geschichten erkannt.
Themen für die Medien finden: Schau nicht so weit weg
Die Überlegungen am Anfang ufern machmal ordentlich aus. Da tauchen Fragen auf wie: „Was könnte ich erzählen, das außergewöhnlich genug für eine Zeitung, ein Magazin oder einen Podcast ist?"
Themen für die Medien finden geht meistens viel einfacher. Denn wer nach dem Spektakulären sucht, übersieht schnell jene Beobachtungen, die für Redaktionen viel interessanter sind.
Journalistinnen brauchen keine Sensation aus deinem Business. Sie brauchen einen Gedanken, der für ihr Publikum relevant ist und den du mit deiner Erfahrung glaubwürdig einordnen kannst.
Während meiner beinahe 20 Jahre in Redaktionen habe ich immer wieder erlebt, dass die besten Geschichten aus scheinbar kleinen Beobachtungen entstanden sind. Oder aus dem Alltag, schlicht und ergreifend.
Jemand bemerkt, dass Kundinnen plötzlich andere Fragen stellen. Eine Unternehmerin erkennt eine Entwicklung früher als ihre Branche. Eine Expertin ärgert sich über einen Rat, der ständig wiederholt wird, obwohl er in der Praxis kaum funktioniert.
Darin steckten bereits das eine oder andere Medienthema.

Beginne bei dem, was dir auffällt
Deine tägliche Arbeit liefert dir laufend Hinweise darauf, was Menschen beschäftigt.
Welche Frage hörst du besonders häufig?
An welchem Punkt scheitern deine Kundinnen immer wieder?
Welche Veränderung spürst du, obwohl darüber öffentlich noch kaum gesprochen wird?
Für dich fühlt sich vieles davon gewöhnlich an, weil du dich täglich damit beschäftigst. Für Menschen außerhalb deiner Branche und deiner Bubble kann genau das neu und hilfreich sein.
Eine Schlafexpertin muss keine neue Methode vorstellen. Spannender könnte ihre Erfahrung sein, dass immer mehr Führungskräfte zwar acht Stunden schlafen, morgens jedoch völlig erschöpft aufwachen.
Eine Anwältin muss keine Kanzleileistung erklären; doch sie könnte einordnen, warum Unternehmerinnen bestimmte Verträge oft erst prüfen lassen, wenn der Konflikt längst da ist.
Eines haben beide Geschichten gemeinsam - das Angebot bleibt im Hintergrund. Im Mittelpunkt steht eine Frage, die viele Menschen betrifft.
Dein Thema braucht einen journalistischen Anlass
Eine gute Beobachtung allein reicht allerdings nicht immer aus. Medien brauchen Aktualität. Deshalb benötigt dein Themenvorschlag einen Anlass, der erklärt, warum eine Redaktion gerade jetzt darüber berichten sollte.
Der Anlass trägt deine Geschichte in die Gegenwart. Deine Perspektive sorgt dafür, dass daraus mehr wird als eine weitere Meldung zum selben Thema.
Was hat das Publikum davon?
Bei der Themenentwicklung stelle ich eine Frage, die sehr schnell Klarheit schafft:
Was versteht eine Leser:in, Hörer:in, Seher:in nach diesem Beitrag besser als davor?
Vielleicht erkennt sie, warum ein Problem immer wiederkehrt. Vielleicht kann sie eine Entwicklung einordnen oder trifft eine bessere Entscheidung. Genau dieser Nutzen macht deine Expertise für Medien interessant.
In meinem Medien Mentoring ON THE MAP arbeiten wir dafür mit dem Circle of Relevance. Auf Basis journalistischer W-Fragen klären wir, wer du für die Medien bist, welches Wissen du einbringen kannst und wo sich deine Arbeit mit aktuellen Interessen des Publikums überschneidet.
So entsteht nicht nur ein Thema, das zu dir gehört und Bedeutung hat.
Woran du ein tragfähiges Medienthema erkennst
Ein gutes Thema für medien lässt sich in einem klaren Satz erklären. Es braucht keine lange Einführung und keinen ausführlichen Verkaufstext.
Eine Journalistin, ein Journalist sollte also sofort verstehen, worum es geht, warum die Geschichte gerade jetzt relevant ist und welche Perspektive du dazu liefern kannst.
Du erkennst ein starkes Thema außerdem daran, dass es auch ohne den Namen deines Angebots interessant bleibt. Sobald der Text nur funktioniert, weil dein Produkt darin vorkommt, bist du meist noch zu nah an Werbung.
Deine Geschichten sind wahrscheinlich längst da
Wenn du glaubst, dir fehlten Themen für die Medien, brauchst du vermutlich keine spektakuläreren Erlebnisse. Du brauchst einen anderen Blick auf das, was dir längst begegnet.
Deine Kundengespräche, deine Erfahrungen und deine Einstellungen liefern dir laufend Material. Sobald du lernst, darin journalistische Relevanz zu erkennen, musst du nicht mehr darauf warten, dass dir irgendwann eine geniale Story einfällt; du beginnst, sie überall selbst zu sehen.
Du hast jede Menge Expertise, findest darin aber noch keine klaren Medienthemen?
In ON THE MAP entwickeln wir deine Geschichten gemeinsam und übersetzen dein Wissen so, dass Redaktionen seine Relevanz erkennen. Damit du jederzeit neue Themen findest und die bestgehütete Geheimadresse deiner Branche endlich hinter dir lässt.
Über die Autorin:
Ich bin Michaela Hessenberger, Journalistin und Medien-Mentorin. Seit beinahe 20 Jahrenarbeite ich mit Redaktionen und weiß, welche Geschichten veröffentlicht werden und warum andere nie über den Schreibtisch hinauskommen.
In meinem Medien Mentoring ON THE MAP zeige ich Unternehmerinnen, wie sie genau diesen journalistischen Blick für ihr eigenes Business entwickeln.


